Zertifizierung

Eine Zertifizierung nach der DIN ISO/IEC 17024 ist eine privatwirtschaftliche Qualitätssicherung durch akkreditierte Zertifizierungsstellen für Sachverständige. Sie ist das privatwirtschaftliche Gegenstück zur öffentlichen Bestellung.

Zertifizierung

Historie

Seit Ende der 1990er Jahre gibt es auch in der Bundesrepublik Deutschland zertifizierte Sachverständige für Immobilienbewertung. Die fachlichen Voraussetzungen und die tätigkeitsbezogenen Anforderungen für die Zertifizierung (Ausbildung, Berufserfahrung, Weiterbildung, Prüfung und Zertifizierung) wurden in Zusammenarbeit von Sachverständigenverbänden, Finanzwirtschaft, Banken, Industrie, Aus- und Weiterbildungsinstitutionen, behördliche Wertermittlung definiert und anfänglich durch eine Akkreditierung abgesichert. Mittlerweile sind rund 1.600 zertifizierte Immobilien Sachverständige und Immobilien Gutachter in Deutschland tätig.

Anerkennung

Neben Gerichten und Finanzbehörden setzen insbesondere Kreditinstitute und Immobiliengesellschaften zertifizierte Sachverständige ein, da die Kompetenz durch eine Zertifizierungsstelle kontinuierlich überwacht wird.

Die Finanzverwaltung hat eine Zertifizierung nach der DIN ISO/IEC 17024 der öffentlichen Bestellung und Vereidigung gleichgestellt. Die Finanzämter erkennen somit die Gutachten gleichermaßen an.

In der Kreditwirtschaft hat sich die Zertfizierung nach der DIN ISO/IEC 17024 gegenüber allen anderen Qualifikationssystemen durchgesetzt. Die öffentliche Bestellung spielt in diesem Marktsegment keine Rolle mehr.

In der Gerichtsbarkeit steht eine Zertfizierung nach der DIN ISO/IEC 17024 der öffentlichen Bestellung und Vereidigung ebenfalls gleich. Nach herrschender Meinung ist § 404 Abs. 3 ZPO als reine Ordnungsvorschrift anzusehen.

Zertifizierungsstellen

Der Begriff "Zertifizierung" ist gesetzlich nicht geschützt. Einige Institutionen und Verbände nutzen dies und vergeben DIN EN ISO/IEC 17024 Zertifikate für Immobilien - Sachverständige, ohne selbst durch die Deutsche Akkreditierungsstelle GmbH (DAkkS) akkreditiert zu sein.

Durch das DAkkS akkreditierte Zertifizierungsstellen unterliegen einer jährlichen Begutachtung und müssen sich alle fünf Jahre einem Re-Akkreditierungsverfahren unterziehen. Dadurch wird gewährleistet, dass die Zertfizierungsstelle die Anforderungen der Norm tatsächlich erfüllt und die Qualität somit international vergleichbar ist.

DAkkS

Die Deutsche Akkreditierungsstelle GmbH (DAkkS) ist die nationale Akkreditierungsstelle der Bundesrepublik Deutschland gemäß der EG - Verordnung 765 / 2008 und dem Akkreditierungsstellengesetz (AkkStelleG). Sie arbeitet im öffentlichen Interesse als alleiniger Dienstleister für Akkreditierungen in Deutschland und nimmt in diesem Rahmen hoheitliche Aufgaben war. Gesellschafter sind zu jeweils einem Drittel die Bundesrepublik Deutschland, die Bundesländer (Bayern, Hamburg und Nordrhein-Westfalen) und der Bundesverband der Deutschen Industrie e. V. (BDI).

Deutsche Akkreditierungsstelle
Deutsche Akkreditierungsstelle (DAkkS)

Zu den hoheitlichen Aufgaben gehört u. a. die Akkreditierung von Zertifizierungsstellen in der Immobilienwirtschaft. Das DAkkS begutachtet, bestätigt und überwacht als unabhängige Einrichtung die fachliche Kompetenz der Zertifizierungsstellen, die in nahezu allen Bereichen der Wirtschaft und des Handels zu finden sind. Mit einer Akkreditierung bestätigt die DAkkS, dass die Zertifizierungsstellen ihre Aufgaben fachkundig und nach geltenden Anforderungen erfüllen, d.h. die DAkkS prüft die Prüfer.

Durch die Einrichtung einer nationalen Akkreditierungsstelle verfügt Deutschland über ein für Hersteller, Verbraucher und Konformitätsbewertungsstellen transparentes Akkreditierungssystem. Das Verfahren der Akkreditierung schafft Vertrauen in die Ergebnisse von Zertifikaten, Prüfberichten und Inspektionen und unterstützt deren weltweite Anerkennung und Vergleichbarkeit. Damit leistet die DAkkS einen wichtigen Beitrag für die Qualitätssicherung von Produkten und Dienstleistungen, den Verbraucherschutz und die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft.

In der Datenbank der vom DAkkS akkreditierten Stellen sind derzeit vier akkreditierte Zertifizierungsstellen für den Bereich "Sachverständige Immobilienbewertung" gelistet (Stand Januar 2019):

Die von der DAkkS akkreditierten Zertifizierungsstellen stellen sicher, dass im Prozess der Zertifizierung die Grundsätze der Unparteilichkeit, Transparenz, Objektivität und Vergleichbarkeit eingehalten und das beschriebene fachliche und tätigkeitsbezogene Anforderungsprofil eingehalten werden.

DIAZert

Die DIAZert ist die Zertifizierungsstelle der DIA Consulting AG mit Sitz in Freiburg. Sie ist die erste durch die Deutsche Akkreditierungsstelle DAkkS nach DIN EN ISO/ IEC 17024 akkreditierte Zertifizierungsstelle in der Immobilienwirtschaft und gehört zu den führenden Zertifizierungsstellen im Bereich der Immobilienbewertung.

DIA Conculting AG (DIAZert)
DIA Conculting AG (DIAZert)

Die von der DIAZert nach der DIN EN ISO/IEC 17024 zertifizierten Sachverständigen sind in einem öffentlich zugänglichen, bundesweiten Verzeichnis für Immobilien - Sachverständige erfasst.

Anforderungen

Prüfung

Die Zertifizierung setzt zunächst voraus, dass mehrere Jahre Berufserfahrung (praktische Tätigkeit im Bereich der Immobilienbewertung) nachgewiesen werden. Die Prüfung besteht aus einer schriftlichen Prüfung (drei Prüfungen zu je mindestens fünf Stunden) und einer mündlichen Prüfung.

Nach erfolgreichem Prüfungsverlauf erhält der Sachverständige von der Zertifizierungsstelle zum Nachweis seiner Zertifizierung ein Zertifikat und einen die Zertifizierung ausweisendes Rundsiegel (Stempel). Mit der Zertifizierung ist der Antragsteller berechtigt, die von der Zertifizierungsstelle vermittelte Bezeichnung zu führen und das Logo der Zertifizierungsstelle zu verwenden.

Qualitätssicherung

Nach der bestandenen Prüfung wird die Zertifizerung für eine Dauer von fünf Jahren erteilt. Während dieser Zeit wird der Sachverständige von der Zertifizierungsstelle überwacht (Qualitätssicherung).

Der Sachverständige muss sich in dieser Zeit mindestens zweimal einer Überwachung unterziehen. Hierzu muss er insgesamt drei Gutachten vorlegen und eine jährliche Fortbildung von drei Tagen nachweisen.

Nach fünf Jahren erfolgt eine Re-Zertifizierung. Dazu ist eine erneute mündliche Prüfung abzulegen, in dessen Anschluss eine erneute Zertifizerung für fünf Jahre erfolgt.

Die Zertifizierungsstelle ist berechtigt, die Zertifizierung jederzeit zu entziehen. Hierzu gehören z. B. der Wegfall der persönlichen Eignung, Beanstandungen oder Mängel im Rahmen der Überwachung durch die Zertifizierungsstelle oder Verstöße gegen die Zertifizierungsbedingungen. Ebenso, sofern über das Vermögen des Sachverständigen ein Konkurs- oder Insolvenzverfahren eingeleitet wird.

Service

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