Energieausweis

Energieausweis

Verkäufer oder Vermieter von Immobilien sind verpflichtet, bei Verkauf oder Vermietung den Interessenten unaufgefordert einen Energieausweis vorzulegen (§ 16 Abs. 2 EnEV).

Inhalt

Seit Einführung der Energieeinsparverordnung (EnEV) im Jahr 2014 sind Verkäufer oder Vermieter von Immobilien verpflichtet, bei Verkauf oder Vermietung den Interessenten unaufgefordert einen Energieausweis vorzulegen. Ebenso muss für jedes neu errichtete Gebäude ein Energieausweis erstellt werden. Das gilt auch bei einer umfassenden Sanierung eines Gebäudes, wenn dabei eine energetische Gesamtbilanzierung nach der EnEV durchgeführt wird (§ 16 EnEV).

Energieausweise sind in der Regel zehn Jahre gültig.

Immobilien, die vom Eigentümer selbst genutzt werden, benötigen ebenso wie Baudenkmäler oder Gebäude mit einer Nutzfläche von max. 50 m² keinen Energieausweis.

Art des Ausweises

Einen Energieausweis gibt es in zwei Varianten:

  1. Energie - Verbrauchsausweis
  2. Energie - Bedarfsausweis

Die Ausweise unterscheiden sich in ihrer Datengrundlage und dem Aufwand für ihre Erstellung.

Energie - Verbrauchsausweis

Hier wird der Energie - Verbrauch auf Basis der gemessenen Verbrauchsdaten der vergangenen drei Jahre und der Gebäudenutzfläche abgeleitet. Er wird als (End-) Energie - Verbrauchskennwert angegeben. Es werden drei zusammenhängende Abrechnungszeiträume berücksichtigt. Leerstände während dieser Zeit werden rechnerisch berücksichtigt. Die gemessenen Verbrauchszahlen werden über standardisierte Klimafaktoren auf einen deutschlandweiten Mittelwert umgerechnet. Dadurch sollen Klimaschwankungen (z. B. differierende Kälteperioden im Winter) ausgeglichen werden. Das Ergebnis wird stark von der Anzahl der Bewohner und ihrem energetischen Verhalten beeinflusst.

Energie - Bedarfsausweis

Hier wird der Energie - Bedarf auf Basis von Gebäudedaten berechnet. Berücksichtigt werden Baujahr, Gebäudenutzfläche, Gebäudevolumen, U-Werte einzelner Bauteile und die Heizungtechnik sowie standardisierte Rahmenbedingungen (Klimadaten, Nutzerverhalten, Raumtemperatur). Es werden der Primär- und der Endenergiebedarf ausgewiesen. Die berechneten Kennwerte sind unabhängig vom energetischen Verhalten der Bewohner. Die Genauigkeit und damit die Aussagekraft hängen von der Qualität der Datenerhebung ab.

Welcher Ausweis wird benötigt

Welchen Energieausweis sie benötigen, können sie aus der folgenden Grafik ableiten:

Bedarfs- oder Verbrauchsweis

Für Neubauten wird grundsätzlich ein Energie - Bedarfsausweis ausgestellt.

Wohngebäude

Für Wohngebäude ist seit dem 01.10.2008 vorgeschrieben, dass der Energieausweis als Energie-Bedarfsausweis erstellt werden muss, sofern folgende Bedingungen vorliegen:

  1. das Wohngebäude hat maximal vier Wohneinheiten und
  2. der Bauantrag wurde vor dem 01.01.1977 gestellt.

Ausnahmen gelten für Gebäude, die schon bei der Fertigstellung die Anforderungen der ersten Wärmeschutzverordnung aus dem Jahr 1977 erfüllt haben oder nachträglich auf diesen Stand gebracht worden sind. In diesen Fällen ist es zulässig, den Energieausweis als Energie - Verbrauchsausweis zu erstellen.

Nicht-Wohngebäude

Für Nicht - Wohngebäude besteht Wahlfreiheit zwischen einem Energie - Bedarfsausweis und einem Energie - Verbrauchsausweis.

Begriffe

Primär - Energie - Bedarf

Er soll die Umweltverträglichkeit der Energienutzung eines Gebäudes darstellen. Dies kann dann irreführend sein, wenn umweltverträgliche Energieträger wie beispielsweise Holz in unsanierten Gebäuden eingesetzt werden. Hier geht eine relativ gute Umweltverträglichkeit mit eventuell hohen Kosten einher.

End - Energie - Bedarf

Er ergibt sich aus einer theoretischen Berechnung für ein Gebäude. Ein niedriger Bedarf kann durch gute Wärmedämmung, Fenster mit Wärmeschutzverglasung, eine effiziente Anlagentechnik und eine effiziente Anlagensteuerung und Überwachung (z. B. durch Gebäudeautomation oder Raumautomation) erreicht werden.

Energie - Verbrauchskennwert

Er wird aus realen Verbrauchswerten der letzten drei Jahre errechnet. Er spiegelt in Verbindung mit dem Energieträger und dem Klimafaktor des Standortes die Energiekosten des gesamten Gebäudes für den zurückliegenden Zeitraum wider.

Ordnungswidrigkeit

Wer einen Energieausweis trotz gesetzlicher Verpflichtung nicht vollständig und rechtzeitig vorlegt und bei Verkauf übergibt, begeht eine Ordnungswidrigkeit. Gleiches gilt, wenn in einer Immobilienanzeige die Energiekennwerte nicht vollständig und richtig genannt werden. Kauf- oder Mietinteressenten können den Verstoß bei der zuständigen Behörde anzeigen. Sie ist verpflichtet, der Angelegenheit nachzugehen.

Verstöße gegen die oben genannten Auflagen können mit einem Bußgeld von bis zu 15.000 EUR geahndet werden.

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