Immobilie verkaufen?

Sollte ich meine Immobilie jetzt verkaufen?

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Aber Ja !

Der Zeitpunkt seine Immobilie zu verkaufen ist günstig, denn noch herrscht ein Verkäufermarkt. Einer der wesentlichen Preistreiber waren und sind die historisch niedrigen Zinsen für Kredite. Doch die Anzeichen mehren sich, dass die Zinswende bevor steht. Diesen und die anderen acht Gründe, warum Sie sich den Verkauf Ihrer Immobilie jetzt überlegen sollten, erläutern wir in diesem Beitrag.

Nachlass

Immobilienvermögen führt bei Erbregelungen häufig zu Auseinandersetzungen, da sich die Vermögenswerte schwer bestimmen lassen. Für eine marktkonfomre und rechtssichere Wertermittlung bedarf es in der Regel zertifizierter Spezialisten, damit das Ergebnis im Zweifel einer steuerlichen oder gerichtlichen Prüfung stand hält. Geldvermögen ist für eine erbrechtliche Regelung besser geeignet.

Vermögensverfall

Bei einem plötzlichen Vermögensverfall (Arbeitslosigkeit, Frührente, Erwerbsunfähigkeit, Scheidung) bergen Immobilien unerwartete Risiken, denn die Betriebs-, Verwaltungs- und Instandhaltungskosten laufen weiter. Wurden diese Kosten zuvor zum Beispiel im Falle einer Trennung auf zwei Schultern verteilt, ist man nun alleine dafür verantwortlich.

Lebensstandard

Wer in absehbarer Zeit in die Rente eintritt und seine Verbindlichkeiten bis dahin nicht geregelt hat, risikiert seinen bisherigen Lebensstandard zu verlieren. Denn neben einem geringeren Einkommen (Rente) erhöht sich der finanzielle Aufwand für die Instandhaltung der Immobilie, denn diese altert mit.

Alternative Geldanlagen

Je höher die Kaufpreise für Immobilien steigen, desto mehr verlieren sie ihre Attraktivität als Kapitalanlage. Denn nur bei entsprechenden Mieten erhalte ich eine akzeptable Rendite. Im Wohnungsmarkt sind Mietanpassungen jedoch gesetzlichen Bestimmungen unterworfen, d.h. sie steigen üblicherweise nicht zu schnell wie die Kaufpreise. Dadurch sinkt die erzielbare Rendite für Investoren und das "Betongold" verliert an Attraktivität. Das gilt insbesondere dann, wenn alternative Kapitalanlagen aufgrund steigender Zinsen höhere Renditen erwarten lassen (Anleihen, Gold, Aktien).

Preisentwicklung

War die regionale Preisentwicklung z.B. für Ein- und Zweifamilienhäuser bis 2008 noch moderat, sind seit 2008 kontinuierliche Steigerungen zu beobachten.

Die Preissteigerungen gehen einher mit der Senkung der Zinsen für Wohnungsbaukredite als Folge der Geldpolitik der EZB. Doch je länger an einem Markt die Preise steigen, desto näher rückt der Zeitpunkt der Wende. Die bisherige Entwicklung auf dem Immobilienmarkt lässt deshalb zumindest mittelfristig eine Normalisierung erwarten. Dies wirkt sich bereits jetzt auf das Verhalten der Marktteilnehmer aus, da die Aussichten und Erwartungen auf künftige Preissteigerungen zunehmend gedämpft werden.

Baupreise

Die Baupreise sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Ursache hierfür ist auch der Klimaschutz, der deutlich höhere technische Anforderungen an die Herstellung und Sanierung von Gebäuden stellt. Höhere Baukosten werden bei einem Verkauf weitergereicht, dass heißt, auch die aktuelle Klimapolitik befeuert die Immobilienpreise.

Historisches Zinstief

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihren Hauptrefinanzierungszinssatz (MRO) seit 2009 kontinuierlich gesenkt und 2016 die 0,0 % Marke erreicht. Der Leitzins ist der Zins, zu dem Geschäftsbanken Geld bei der EZB aufnehmen müssen.

Zinswende

Die Anzeichen für eine Zinswende mehren sich. Die EZB hat die massiven Ankäufe von Staatsanleihen schwächelnder EU-Staaten inzwischen eingestellt. Die Amtszeit von EZB Präsident Mario Draghi endet zudem im Herbst 2019. Er galt und gilt als Verfechter der bisherigen Geldpolitik. Beobachter gehen davon aus, dass die EZB spätestens nach dem Wechsel der Präsidentschaft den Leitzins erhöhen wird.

Die EZB hat zudem ein anderes wesentliches Ziel ihrer Geldpolitik erreicht, nämlich die Inflationsrate knapp unter 2,0 % zu halten. Lag sie in Deutschland zu Beginn der Niedrigzinspolitik ab 2016 noch bei 0,5 %, hat sie inzwischen einen Wert von 1,8 % erreicht.

Fazit

Wie sich die Immobilienpreise in den kommenden Jahren entwickeln werden, kann niemand mit letzter Sicherheit vorhersagen. Die Anzeichen für eine Konsolidierung mehren sich jedoch. Sollte es zu einer Zinswende kommen, wird diese sicherlich moderat ausfallen. Daher sind für 2019 noch keine spürbaren Auswirkungen auf den Immobilienmarkt zu erwarten. Wer jedoch darüber nachdenkt, seine Immobilie zu verkaufen, sollte bald handeln. Derzeit befinden wir uns in einem Verkäufermarkt, d.h. noch können Verkäufer zwischen mehreren Interessenten auswählen.